Link zum Stück2012 Hochschule für Musik Nürnberg

Kaspar Hauser - Child of Europe

Regie: 
Joachim Rathke

Souveränes Dirigat, vielschichtige Inszenierung: […] Die Darsteller der Inszenierung trugen Kleider der letzten zweihundert Jahre bis heute: Das untergrub die zeitliche Distanz; ebenso die Laufstegbühne ins Auditorium und die Sitzplätze der Darsteller unter den Zuschauern, wenn sie nicht spielten. […]
Die Inszenierung war gelungen, Ausstattung (Dietlind Konold) und Regie gingen Hand in Hand. […] Der ganze Raum wurde ins Geschehen einbezogen, zauberhafte Geniestreiche (z. B. angestrahlte Mini-Discokugeln als Sternenhimmel), Doppelrollen und verblüffende Interaktionen und virtuose Regie-Details schufen eine albtraumhaft groteske Erlebniswelt.

Augsburger Allgemeine
19.4.2012

Weil das Saal-Bühnchen eben gerade einmal das kleine, […] originell besetzte Orchester fasst, haben Regisseur Joachim Rathke und Ausstatterin Dietlind Konold ein raumgreifendes Längspodium erdacht -- Sinnbild für den kurzen Lebensweg des Sonderlings und gleichzeitig Labortisch, auf dem der ,,Man in Black" […] den kauernden, noch nach Sprache suchenden Kaspar Hauser in einem Korbgefängnis ausgesetzt hat. […] Das alles hat die Regie genau und mit wenigen treffenden Accessoires wie den Spielpferdchen herausgearbeitet...

Nürnberger Nachrichten
16.4.2012

… Auf dem Laufsteg in flotter Folge und in zirkushafter Verzerrung die Welt des frühen 19. Jahrhunderts: geschminkte Clowngesichter, grelle Kostüme von der fränkischen Tracht bis zum FlitterfummeL Unzählige Holzpferchen säumen Kaspars Weg in eine Welt, die ihn zur Zirkusnummer macht (Ausstattung: Dietlind Konold). [...]
Am Ende schüttet der "man in black" den Holzpferdchen-Sack über Kaspar aus, dazu klagende Bratschentöne – Kaspar bleibt allein auf dem Laufsteg seines Lebens zurück, Seifenblasen regnen auf ihn herunter: Überzeugende szenische Lösungen mit studentischen Mitteln.

Bayerische Staatszeitung
20.4.2012

...Ein ambitioniertes Projekt, das Regisseur Joachim Rathke und Ausstatterin Dietlind Konold da auf die Beine stellten. [...]
Die Aufführung beginnt in Kaspars Gefängnis. Dieses wird durch einen überdimensionalen Korb symbolisiert. Hier lernt Kaspar rudimentär zu sprechen. Vor allem den berühmten Satz: "A söchtener Reuter möcht i wern, wie mein Voater gwen ist." [...]
Die Handlung spielt [...] auf einem Steg, der den gesamten Heilig-Geist-Saal faktisch in zwei Hälften teilt. Darauf ist ein beachtlicher Ponyhof an hölzernen Pferden aufgereiht. Außer dem Findling und dem schwarz gewandeten Bösewicht sitzt der Rest der Mitwirkenden im Publikum. [...] Da gibt es den zupackenden Schankwirt, der Tucherflaschen am Kasten köpft. Den englischen Dandy im senfgelben Anzug und die leichtbekleidete Mesmeristin, die sich vor Kaspars Kainsmal graust. [...]

Nürnberger Zeitung
17.4.2012