Link zum Stück2014 Theater Augsburg

Hänsel und Gretel

Regie: 
Aron Stiehl
Bühne: 
Simon Holdsworth

„Heutig und doch voller Zauber und Magie […] Die brandneue Augsburger Version lässt dem Märchen und seiner Poesie mehr Raum, setzt auf einen bunten Bilderzauber, der Jung wie Alt verzaubert – und eignet sich damit perfekt für die ganze Familie. Regisseur Aron Stiehl gelingt die optimale Balance zwischen einer aktuellen Sichtweise, in der Kinder halt wie Kinder von heute aussehen und von Ballett oder Fußball träumen, und der imaginären Welt des Märchens, die aus der Bühne eine bunte Popup-Karte macht. Hier kommt alles vor, was Kindern mit Märchen verbinden: Poesiealbumbilder, aber auch Figuren wie Mary Poppins (die hier als Taumännchen auftritt), zugleich kindliche Angst-Visionen eines nächtlichen Waldes.“

crescendo
27.10.2014

„Ein Märchen für Kinder mit gelegentlichen Abstraktionsmöglichkeiten für Erwachsene. [...] Viele kleine nette Einfälle machen die Inszenierung familienfreundlich: das Taumännchen, das im Mary-Poppins-Kostüme nach der Pause das Licht im Saal auspustet... Die Kostüme der Familie sind nicht märchenhaft, aber auch nicht eindeutig dem Heute zuzuordnen - weder Jeans noch Jogginghose sind zu sehen.... [Im Reich der Hexe, wo] die Oma plötzlich mit Glitzer-BH und Bauchbehaarung als androgyner Alptraum ihrem diabolischen Geschäft nachgeht, kleine Kinder in Lebkuchenmännchen zu verwandeln...

BRklassik
27.10.2014

„[Die] szenische Einrichtung ist verspielt-poetisch, ohne betulich zu sein, und unumwunden deutlich unter Verzicht auf Schock-Effekte. […] Regisseur Stiehl und sein Team (Simon Holdsworth, Bühne; Dietlind Konold, Kostüme) zeigen in stimmigen Details die Chiffren prekärer sozialer Existenz, in welcher der Vater [...] sich noch den Gemütsmensch erhalten hat, während sich bei der Mutter [...] die Zermürbung schon in Aggression umzuwandeln beginnt. […] Das Hexenhaus ragt plötzlich im Wald hervor als Kiosk-Pilz, der die Kinder nicht nur wegen seiner Disney-Buntheit magisch anzieht, sondern auch, weil es hier Süßes auf Abgreifhöhe gibt. Die Hexe, zunächst liebreizend in ihrer Omi-Aufmachung, zeigt schnell ihr wahres Gesicht und mästet Hänsel mithilfe eines Riesen-Spritzbeutels. Und am Ende der zauberischen Schreckens-Backwerkstatt glüht rot die Monster-Mikrowelle.“

Augsburger Allgemeine
26.10.2014