Link zum Stück2005 Staatstheater Braunschweig

Cosí fan tutte

Regie: 
Bruno Klimek

„...Und so hat Bruno Klimek […] das Spiel ganz konsequent als Bühnengeschehen arrangiert. Die handelnden Personen kommen aus hölzernen Transportkisten, in denen das Theater sonst Kulissenteile transportiert. Und für die entscheidende Verführungsszene im zweiten Akt ist ein Schlafzimmer […] auf die ansonsten kahle Bühne gestellt. Das sieht nicht nur hübsch aus – die auch im Detail immer wieder einfallsreiche, durchdachte Ausstattung stammt von Dietlind Konold –, sondern dient der Verdeutlichung der Handlungsstruktur: schön und angemessen zugleich.“

Göttinger Tageblatt
11.5.05

„Theaterleute – reisendes Volk. Schrankkoffer und Kisten sind poetisch über die Bühne […] verteilt, darin sitzen wie leblose Puppen die vier Protagonisten […]
Im ersten Akt spielen die Sänger zwischen Souffleuse, Regisseur Alfonso und Assistentin Despina in Alltagskleidung wie auf der Stellprobe. Keiner liebt hier niemanden. […] Im zweiten Akt spielen sie in Reifrock und Barockambiente. Folgt man der Illusion des konventionellen Theaters, mögen hier Gefühle walten...“

Braunschweiger Zeitung
3.5.05

„...die Handlung beginnt auf einer Theaterbühne, Don Alfonso ist der „Regisseur“ des Stücks, also der experimentellen Wette, die die zwei Herren mit ihm schließen. Um die Puppenhaftigkeit der Figuren zu zeigen, holt er die einzelnen Figuren aus einem großen Kostümkoffer heraus: sie erscheinen als formbare Wesen, die zunächst kein individuelles Leben besitzen, die „wie alle anderen sind“, wie Don Alfonso sagt. Die Männer halten ihre reglosen Freundinnen in den Armen, dann kleiden sie sie an, und das Kreuz-Spiel kann beginnen.
Was auf den ersten Blick wie eine respektlose Neudeutung des Stücks aussieht, enthältt sioch bald als ein theatralisch ungemein bewegtes, ja witziges Unternehmen. ...“

Sehen wir im ersten Akt noch, wie sich da – unterstützt von einer souverän bedienten Theatertechnik – das zwischen Verhältnis der vier Menschen auf der Bühne spannungsreich (und sehr komisch) entwickelt, so blicken wir im zweiten Akt überraschenderweise in einen geschmackvoll stilisierten Rokoko-Raum. Die Herren und Damen sehen nun aus wie entzückende Puppen der Mozart-Zeit. Tatsächlich ist der zweite Akt in vielen Teilen symmetrisch zum ersten, und so entsteht ein ironisches Schmunzeln vor allem da, wo wir die „Proben“-Situation in der „Aufführung“ gespiegelt sehen...“

(Zu den Aufführungen am Nationaltheater Weimar 2006)

Operapoint
2/2007