Dietlind Konold

Bühnenbild | Kostüme

Der Wildschütz

Bühne

2007: Staatstheater Saarbrücken

„Wenn durch die Regie Kritik geübt wird, dann im Sinne des Komponisten, der Tadel an alle verteilt, ob hoch oder niedrig gestellt, soweit zuviel Egoismus, Hochmut, Dünkel, ungebundene Vitalität demonstriert wird. Hierzu liefern auch B[ühnenb]ildner Dietlind Konold und Kostüme der Angela C. Schuett die passende Ausstattung: Die Schule, zugleich das Lehrerhaus, wird minimalistisch klein gehalten, Lehrer Baculus muß die Hochzeitsgesellschaft mit körperlichen Druck in die winzige Bude drücken – so wird nicht nur die untere wirtschaftliche Stellung des Magisters, der im gräflichen Revier wegen der adäquaten Trauungsmahlzeit wildern muß, sondern auch seine Kleinmütigkeit symbolisiert. Andererseits werden Arroganz, Bildungsdünkel, Besitzerstolz und erotische Gier ausgedeutet, wenn die Pracht, der leuchtende Glanz des Grafenpalastes gezeigt wird, mit Lotterbett, Leuchter, edlen Tapeten, wobei man durch halb oder kaum geöffnete Vorhänge nur einen Bruchteil der Säle, seiner Ausschmückung bemerkt und, wie in guten Aufführungen, die Fantasie der Zuschauer mit herhalten muß, um die Totalität zu erahnen.“

„…nur aus dem unmittelbaren Kontext der Zeit heraus lässt sich begreifen, was das Sensationelle an Lortzings Werk ist. […] Auch wenn auf der Bühne im unschuldigen Biedermeierkostümchen und Gehrock herumgetänzelt wird, ist trotzdem nichts an Sturms Inszenierung hausbacken. Als Kontrapunkt greift das Bühnenbild den Gedanken der im Wildschütz miteinander konfrontierten Gesellschaftsschichten auf: Bei den Bürgerlichen tut es die kleine Gartenhütte, für die Adeligen darf es mit roten Samtportieren und Kristalllüstern gerne etwas mehr sein. Unterm Strich soll allerdings so wenig wie möglich davon abhalten, die in Wort und Musik enthaltenen Energien zur Geltung zu bringen…“