Dietlind Konold

Bühnenbild | Kostüme

Don Giovanni

Kostüme

2023: Landestheater Detmold

Eine sommerleichte Liebeskomödie. In etlichen Inszenierungen ist Ottavio der Langweiler vom Dienst und die abschreckende Folie, vor der sich das Eros des Don Giovanni erst richtig entfalten kann. Hier karikiert Regisseur Aron Stiehl die Figur durchaus liebevoll – und gibt ihr paradoxerweise durch den gewollten Unernst mehr Gewicht als üblich. Was auch daran liegt, dass er aus dem dramma giocoso in erster Linie das giocoso, also die Komödie, herausliest, und in diesem Rahmen „funktioniert“ der Ottavio tatsächlich als verschrobener Schöngeist ziemlich gut. Zumal die feurige Anna so gar nicht zu ihm passen will. […]
Donna Elvira, die von Giovanni verlassene Frau (eine von vielen, aber offenbar irgendwie nach einer Heirat), ist eine barocke Erscheinung, so ist sie schon bei Mozart kompositorisch so angelegt. Kostümbildnerin Dietlind Konold hat ihr ein Kleid wie von Alfred Hitchcocks Gnaden entworfen, das auch Kim Novak in Vertigo gut gestanden hätte. […] Und Zerlina, die dritte der von Giovanni begehrten Frauen, ist ein blondzopfiges Alpenmädel…

… Knackig wird es, als die Protagonistinnen und Protagonisten der Liebe auf die Terrasse treten, die Jule Dohrn-van Rossum nach Entwürfen von Jan Freese auf die Bühne gebaut hat und die im Folgenden als situativ veränderte Lokation für die Liebeshändel des Titelhelden dienen. Dieser kommt als „klassischer“ Casanova vom Typ Mantel (rot) und Degen (tödlich spitz) daher, sein schmuckes Kostüme (Dietlind Konold) verrät die hohe Herkunft, die lässige Friseur den Hasardeur – und die pumpsartigen Schuhe den Tänzer, der nicht eine Sekunde daran zweifelt, dass er der Schönste im Lande ist…

[Ein] Opernabend der Extraklasse […], dessen Premiere zu Recht mit stehenden Ovationen bejubelt wird. Stiehls ästhetische Inszenierung legt den Fokus auf die Personenregie (…)
Visuell ist dieser ‚Don Giovanni‘ ein Genuzss. Das sparsame Bühnenbild von Jule Dohrn-van Rossum zeigt einen überdimensionalen Bilderrahmen, der an den Stil des Bühnenportals angepasst wurde. Darin zu sehen ist eine leere Spielfläche, auf der Kronleuchter und wenige barocke Möbel durch Carsten Alexander Lenauer ins passende Licht gerückt werden und den Sängerinnen und Sängern ausreichend Platz lassen, eine Geschichte zu erzählen und ihre Charaktere zu zeichnen, die von Dietlind Konold in geschmackvolle Kostüme gehüllt wurden.
So trägt Don Giovanni goldene Hosen, eine bestickte Weste und einen dunkelroten Samtmantel, sein Diener Leporello kommt im ockerfarbenen Mantel mit dunklem Fischerhut daher und Zerlina ist mit einem traditionell angehauchten Kleid ausgestattet, während Donna Anna und Donna Elvira wunderhübsche Kleider aus Satin und Tüll tragen.