Dreier steht Kopf
Bühne, Kostüme
2018: Stadttheater Ingolstadt
„Was sind denn das für schräge Vögel? Koboldrote, feurig-fedrige, pustig-pludrige Sturmfrisuren tragen sie. Mitunter auch eine rote Nase, wenn sie nicht krawattenknotig am Hals sitzt oder vorwitzig auf der Stirn.
Dazu kleinkarierte schwarze Latzhosen und großkarierte beige Mäntel. Überall ein paar gerupfte Federn. Und orangefarbene Schuhe. Sie wohnen in bemalten Bauernschränkchen unter weiß-blauem Himmel. Und ihr Dasein folgt einer strengen Ordnung: Einer ist immer der Erste. Und Zweier immer der Zweite. […] Als Dreier auftaucht und mitspielen will, bricht das Chaos aus. […]
Entzückend ist schon die farbenprächtige Ausstattung von Dietlind Konold für die clownesken Figuren, die Einer, Zweier, Dreier heißen und sich bisweilen ein wenig wie Hühner gerieren. […] Und hier ist es originell dosiert, in reizvoller Bildästhetik (zwischen bajuwarischem Barock und skurriler Operettenhaftigkeit) zu finden und in raffinierten Bewegungschoreografien präzise gearbeitet.“
„… Ausstatterin Dietlind Konold hat dafür keinen existentialistisch leeren Raum, sondern zwei mit Männlein und Weiblein bemalte Bauernschränke mit einem himmelblauen Vorhang dazwischen und einem Baumstamm darüber auf die Bühne gestellt. An weiß-blau gestreiften Maibäumen hängen kleine weiße Wölkchen, die sich natürlich auch in eine eins-zwei-drei-Reihenfolge bringen lassen.
Vielleicht weil einer der Väter dieses absurd sprachlogischen Textes auch Karl Valentin sein könnte, passen diese liebevollen bayrischen Anklänge, die auch noch durch schräge Tubatöne und Vogelzwitschern ergänzt werden, ganz wunderbar zur Veranschaulichung dieses fröhlichen Rivalitätenspiels […] Olivia Wendt und Michael Amelung tragen zunächst längere Mäntel über kleinkarierten Latzhosen. Sie sind also doch Wesensverwandte der Clochards bei Beckett. Sie sind clownesk mit roten Pappnasen und tragen wild nach oben stehende rote Haartollen, sind also ziemlich kuriose, schräge Vögel.“