Dietlind Konold

Bühnenbild | Kostüme

Madama Butterfly

Kostüme

2010: Theater St. Gallen

„Eine standig ovation des zu Recht begeisterten Publikums beschloss diese Premiere von Puccinis Madama Butterfly.
[…Dabei] verzichtete Regisseur Aron Stiehl nicht auf die dem Werk immanenten gesellschaftskritischen Elemente. Pinkerton war der Kaugummi kauende, smarte All American Boy […]
Besonders augenfällig wurde die aussergewöhnlich prägnante Charakterisierungskunst des Regisseurs in der Figur der Suzuki: Zu Beginn war sie die westlich gekleidete Göre (mit Minirock und Leggins), der auch Pinkterton hinterherhechelte, legte dann jedoch auf Geheiss Goros die traditionelle japanische Kleidung an und wurde im zweiten und dritten Akt zur mitfühlenden Leidensgenossin Cio-Cio-Sans.
Butterfly vollzieht den Selbstmord, nachdem sie sich das Kruzifix vom Hals gerissen und sich wieder dem Shintoismus zugewendet hat, vor den Augen des eintretenden Pinkerton – eine starke Frau bis zum Schluss, erschütternd dagegen die männliche (Pinkertons) Hilflosigkeit; auch dies jedoch sind Zeugnisse der intensiven Personenführung des Regisseurs. Überzeugend die Idee des Regisseurs, dass die „falsche“ Hochzeitsgesellschaft nach diesem Auftritt die traditionellen Kostüme sofort ablegt und sich feige in ihren Alltagskostümen von dannen macht.
[…]
Jürgen Kirner (Bühne), Dietlind Konold (Kostüme) und Guido Petzold (verantwortlich für die raffinierte Lichtgestaltung) gelang es vortrefflich, das Aufeinanderprallen der Kulturen sichtbar zu machen.“

„Stiehl lässt das Bühnengeschehen ganz aus der Musik heraus sich ereignen. Behutsam und mit Respekt vor der Vorlage überträgt er Madama Butterfly in eine Bildersprache der Gegenwart. […] Ohne das Stück brachial in eine andere Richtung umzubiegen und ohne aufdringliche Reize einzusetzen, macht er klar, dass im Milieu des Sextourismus von heute die asiatische und die amerikanische Kultur aufeinanderpallen. Gezeigt wird dies keineswegs eindimensional, Stiehl erzählt die Geschichte mit all ihrer Vielschichtigkeit. […] Solche für ein intelligentes Regikonzept notwendigen kleinen Abweichungen von den Anweisungen des Librettos haben zu vereinzelten Premieren-Buhs geführt – welche prompt mit verdienten Standing Ovations gekontert wurden.“