Dietlind Konold

Bühnenbild | Kostüme

Maria Tudor

Kostüme

2012: Stadttheater Gießen

„[…] Minutenlang wogte der Beifall durchs vollbesetzte Haus. […] Das Bühnenbild von Lukas Noll führt an einen unterirdischen, düsteren Schauplatz mit labyrinthartigen Schächten und Gängen. […] Wie in einem Insektenstaat mit Königin, Soldaten und Arbeitern formiert sich auch dieser englische Hofstaat um seine Königin. Jeder belauert jeden, und selbst die Königin kann sich ihrer Aufpasserin (Odilia Vandercruysse) nur schwer erwehren. Die Kostüme von Dietlind Konold verstärkern diesen Eindruck: Der in schwarzes Lack mit schwarzen Käppis gewandete Chor ist eine krabbelnde Termitenschar, und die mit blonder Perücke (warum blond?) ausstaffierte Giuseppina Piunti sieht in ihrem roten Kostüm mit roten Stiefeln, Maske und zerknitterter Krone wie eine Insektenkönigin aus dem Märchen aus. […]“

„[…] Die ausgeklügelte Personenregie und die von Dietlind Konold entworfenen stimmigen Kostüme werden durch ein grandioses Bühnenbild von Lukas Noll unterstützt, das mit der Lichtregie von Kati Moritz eine regelrechte Schauerromantik aufkommen lässt. […]“

„[…] Das Bühnenbild ist in sich stimmig […] Geprägt ist die Szenerie von einer graublauen Wabenkonstruktion, die an einen Bienenstaat erinnert, weshalb der gut aufgelegte Chor und Extrachor des Stadttheaters (Einstudierung: Jan Hoffmann) in schwarzen Latexkostümen wie Insekten durchs düstere Areal ziehen. […] Der mittlere Akt zeigt das Schlafgemach der Königin. Hier hätten ein paar Farbtupfer zum roten Kleid der Piunti (Kostüme: Dietlind Konold) nicht geschadet.“

„[…] Der Zeit entsprechend die Kostümentwürfe von Dietlind Konold, die auch Farbe ins finstere Geschehen brachten und zum Teil auch witzig wirkten, wie beispielweise die Gewandung von Fenimoore als südländischer Lover mit Sonnenbrille. […]“

„[…] …Ein schöner Besetzungszufall gestattete die Pointe, dass die beiden (von Dietlind Konold in entsprechendes Hochzeitsweiß gewandeten) Frauen im dritten Akt wie Zwillingsschwestern auf der Bühne standen. […] Lukas Noll beschäftigte die Drehbühne ausgiebig und brachte das Bühnenbild damit zu bestmöglicher Wirkung — einen kryptaähnlichen Innenraum mit Rundbögen und Spitzgiebeln, sozusagen doppelt kodiert als Szenerie eines historischen Schaustücks wie als Fantasy-Landschaft (zu letzterem passte auch einiger blinkender Kostümspuk der Choristen).“

„[…] Der Regisseur Joachim Rathke hat die im 16. Jahrhundert spielende Handlung in einer nicht genau verorteten Zeit angesiedelt. Historisch anmutende Kostüme wechseln sich so mit eher modern wirkenden ab, für die jeweils Dietlind Konold verantwortlich zeichnet. Und neben dem Degen wird ebenso eine Pistole gezogen, die zweifellos aus dem 20. Jahrhundert stammt. Auch die Bühnenbilder von Lukas Noll mischen die Gegenwart mit der Zeit der Tudors, sodass der Eindruck entsteht, dass dieses Intrigenspiel zeitlos ist.“