Nachts
Bühne, Kostüme
2023: Theater Ingolstadt | Werkstatt / Junges Theater
…ein hinreißender, opulent bebilderter, irrwitzig schöner Theaterabend mit überbordender Fantasie, der Kleine und Große gleichermaßen verzaubert.
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vier Schauspieler, die sich in weiß-grün-gestreifter Nachtwäsche für den wilden Ritt durch die Nacht bereitmachen. Gemütlich sieht es hier aus, in diesem Zimmer unterm Dach mit Bett und Bettvorleger und Fenster mit Sternenblick. Die Giebelform setzt sich rechts und links fort: Hausfront an Hausfront hat Ausstatterin Dietlind Konold wie in einem überdimensionalen Scherenschnitt aneinandergereiht. Viele Türen bieten beste Voraussetzungen für Klapp-auf-Klapp-zu-Klamauk, aber auch für heimlichen Gruselspaß.
[…]
Schlafen, wachen, träumen: Julia Mayr und ihr Team nehmen das Publikum mit in ein fremdes Land, das nur einen Wimpernschlag von unserem entfernt ist. Wo bizarre Wesen hausen. Wo man Ängste besiegen kann. Wo alles möglich ist. Einfach traumhaft!
Ganz viel zu staunen gibt es in dieser wundersamen Theaterexpedition „Nachts“ durch kindliche
Fragen, Ängste und Träume, die das Junge Theater unter seiner Leiterin Julia Mayr auf die Bühne in
der Werkstattbühne gezaubert hat. […] Dann ist es wirklich stockdunkel auf der Bühne. Nichts ist zu sehen als rote, grüne, blaue, weiße, leuchtende Augenpaare und die gelben Schlitzaugen einer Katze.
Diese unheimlichen Augenpaare kommen näher und näher – und fliegen schließlich als summende und brummende Insekten umher. Die Tierwelt wird zum Vorbild für eine besser funktionierende Gemeinschaft – in einem Song.
Eine riesige, rot-fluffige Bettdecke wird endlos aus einer Fußbodenluke gezogen, alle vier hüllen sich darin ein und werden zu einem Riesenungetüm, bis einer sich die Decke wie einen
Königsmantel umhängt und mit seiner langen Schleppe majestätisch abrauscht.
Und erst die Träume! Von einem Segelboot, das in den Wolken schwebt, von der großen Lulaluge, die vielleicht alle Fragen über das Träumen beantworten kann, oder von einem Fisch.
Geheimnisvoll windet sich der glänzende Fisch mit seiner beweglichen Schwanzflosse als Handpuppe im Bühnenraum.
Oder völlig skurril der Traum vom nachts zugesperrten Ingolstädter Westpark!
Wie meist bei der Bühnenbildnerin Dietlind Konold wandelt sich das unscheinbare Bühnenbild aus Bett, Kommode und Fenster, durch das ein Sichelmond scheint, zu überraschenden neuen Wänden mit geheimnisvollen Türen, hinter denen immer neue Nachtgestalten zum Vorschein kommen.
Einmal dreht sich die gesamte Bühnenwand immer wieder, unendlich? Bis ein verdutzter Bühnenarbeiter mit Bohrmaschine unversehens nach vorne gedreht wird.
Sogar das Bett wird zum schwebenden Segelboot, ein Laken als Segel dient zum Schattenspiel mit der großen Traumfigur.