Link zum Stück2011 Theater Magdeburg

Die Fledermaus

Regie: 
Aron Stiehl
Bühne: 
Jürgen Kirner

„Die Aktualität der Fledermaus ist frappierend! [...] Der Zuschauer im Saal erwartet Amüsement, Spielfreude, Melodienseligkeit und eventuell auch den einen oder anderen Kalauer. Regisseur Aron Stiehl bediente das Magdeburger Publikum damit reichlich und es hatte allen Grund, alle Beteiligten am Schluss der beinahe 3 1/2 stündigen Aufführung begeistert zu feiern. [...]
Im Prinzip jagt ein Gag den anderen. Man kommt gar nicht dazu, darüber nachzudenken, ob das alles Sinn hat. [...]
Das Publikum muss sich erheben, die russische Hymne erklingt und im offenen Trabi wird, umrankt von leicht geschürzten Mädchen, Prinz Orlofsky hereingefahren. Aber Orlofsky ist nicht Orlofsky, sondern in seinem ganzen Habitus Modezar Karl Lagerfeld (Kostüme: Dietlind Konold).“

Der Neue Merker
4/2011

„Handgreiflich geht es in Eisensteins schick gestyltem, zweistöckigen Penthouse zu, wo der Tenor schon mal mit dem Fallschirm einfliegt, um sich dann im Kühlschrank zu verstecken, wenn es brenzlig wird. Die gelangweilt staubsaugende Adele teilt sich hier ganz offensichtlich den Herrn des Hauses mit Rosalinde, und auch die ist in ihrem kurzen pinken Chanel-Kostüm auf Empfang geschaltet. Adele kann sich genau diesen Fummel denn auch einfach schnappen, weil es Alfred und Rosalinde gar nicht schnell genug gehen kann mit ihrem Quickie vorm Kamin. Mit der Farbe des Kostüms gibt’s dann freilich beim Ball ein kleines Problem. Der steht nämlich unter dem Motto „Alles in Schwarz Weiß“ (Kostüme: Dietlind Konold). Und der Gastgeber […] sieht jenem flinkzüngigen Modeschöpfer mit den engen Klamotten, Handschuhen und weißen Haaren samt seinem smarten männlichen Dauerbegleiter verdammt ähnlich. […] ein szenischer Wurf, jenseits aller Stadttheaterbiederkeit.“

www.kultiversum.de
3.3.2011

„In Magdeburg hat Aron Stiehl sich getraut, die Familie Eisenstein in ein Designer-Ambiente von heute einzuquartieren. Er lässt Alfred mit dem Fallschirm abspringen, macht den Ball zu einem schrägen Schwarz-Weiß-Event mit einem von Counter Denis Lakey hinreißend auf Karl Lagerfeld getrimmten Prinzen Orlofsky. Er jagt dessen Gäste durch den Zuschauersaal und greift auch sonst beherzt in die Aufmotzkiste. […]
Obwohl damit so gut wie alle Ingredienzen des Regie-Mutwillens für eine Bruchlandung beisammen sind, passiert genau das Gegenteil. Die Fledermaus flattert und kichert, das Tempo stimmt, die Landung im Operettenhimmel ist punktgenau...“

Neues Deutschland
6.4.2011