Link zum Stück2006 Nationaltheater Weimar

Idomeneo

Regie: 
Kerstin Maria Pöhler

„Als sich während der Ouvertüre der Vorhang hebt und ein Bild von Beatle John Lennon zum Vorschein kommt, wird klar, dass Regisseurin Kerstin Maria Pöhler und Ausstatterin Dietlind Konold diese inneren Widersprüche noch verstärken und direkt für die Gegenwart aufblenden wollen. […]
Durch den allmählichen Wandel der Aufmerksamkeit vom relativ statischen Bühnenbild zu den oft mit Blumen sprechenden Figuren allerdings kommt die Musik immer stärker ins Spiel und dominiert schließlich als Zeichen des Mitfühlens mit den geschundenen Kreaturen und als wunderbares Symbol der Hoffnung.“

Ostthüringer Zeitung
21.2.2006

„Ist nach der Rückkehr des Königs die staatliche Ordnung wiederhergestellt, sind Graffiti und Insignien der Verlassenheit beseitigt, Arbace vergoldet noch die Schriftzüge an der Decke, auf dem Staatsschreibtisch steht das rote Telefon. Die nächste von Poseidon inszenierte Katastrophe verwüstet dann auch diesen schönen Schein...“

Frankfurter Rundschau
13.3.2006

„...Hier hebt die Bühne von Ausstatterin Dietlind Konold die Düsternis des allenthalben drohenden Verhängnisses für die Herrschenden und das Volk ins Licht eines weißen Bühnenraumes, eine Art antiken Oval Office mit sechs Flügeltüren. An der Rampe eine Muschel im Sandstrand. Es ist ein Raum, der von der Verzweiflung der Gegenwart aus betreten wird. Die Sprühdosen, mit denen jemand ein „Give peace a chance“ an die Tempelwände gesprüht hat, stehen noch herum. Der ebenso verliebte wie friedfertige Prinz hat ein Che-Guevara-T-Shirt unterm Jackett. Doch auch wenn sich das Personal weiter aus dem Kleiderschrank von heute bedient, setzt diese Inszenierung weder auf die vordergründige Aktualisierung noch auf das antikisierende Weihespiel, sondern findet alsbald ihre Mitte in der Balance zwischen Staatsaffäre und Psychodrama.“

Freies Wort
22.2.2006